Region und Identität - Frauen
in Mythos, Geschichte und Gegenwart Nord- und Mitteleuropas
Region and Identity - Women in North and Middle European myth,
history and present time
Ausstellungen und Symposion mit Künstlerinnen
aus neun Ländern
34 Künstlerinnen aus den Ländern Dänemark,
Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden,
Norwegen, Polen haben sich mit Engagement der Aufgabe angenommen,
ihre gegenwärtige Situation als Frauen oder das Leben ihrer
Vorfahrinnen zu befragen.
Das Projekt Region und Identität greift in mehreren Ausstellungen
angesichts umfassender Globalisierungsprozesse die Notwendigkeit
auf, sich auch mit kleindimensionierten, kulturell sehr komplexen
Regionen des dicht besiedelten Europas zu befassen. Damit
soll die Sichtweise und das Erkenntnis-Interesse der Künstlerinnen
in diesem Prozess aufgezeigt werden. Tradition und Kultur
von Frauen der nord- und mitteleuropäischen Länder und Regionen
sind bisher in ihrer Eigenständigkeit nur unzureichend dargestellt
und untersucht worden. Im Bereich der Frauenkultur, auch der
Alltagskultur, der Sitten und Gebräuche - ist das kulturelle
Erbe der Völker bisher intensiv bewahrt worden. Es droht durch
die weltweite Angleichung eingeebnet zu werden.
Die Künstlerinnen untersuchen ihre geistigen Wurzeln und die
Möglichkeiten, sich in einer immer mehr globalisierten, gleichgerichteten
Welt einzubringen, ja sie zu verändern. Welche Rolle spielt
die engere Heimat in ihrem Werk, welche Wurzeln sind noch
zugänglich? Die Antworten sind so vielfältig wie die Künstlerinnen-Persönlichkeiten.
Aber auch Traditionen der bildenden Kunst des jeweiligen Heimatlandes
sind spürbar.
Die Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen wollen eine Identität
entwickeln, die nicht ausgrenzt, sondern Unterschiede zulässt
und Gemeinsamkeiten feststellt. Wir stehen erst am Anfang
dieses Erkenntnisweges. Er soll einen Prozess des Kennenlernens
in die Wege leiten und in die Öffentlichkeit hineinwirken.
Erstmals wird die Kunst von Frauen des nordeuropäischen Kulturraums
in einer vergleichenden Zusammenstellung der Länder präsentiert.
Die Stadt Berlin fungiert als Zentrum übergreifender Kommunikation
in besonderer Weise seit Anfang des 20. Jahrhunderts und hat
in diesem Projekt eine vergleichbare, auf die Kunst von Frauen
bezogene Funktion.
Die beteiligten Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen befassen
sich auch mit den historisch gewachsenen Sozialstrukturen
in ihren Ländern und Regionen. Sie befassen sich mit der wichtigen
Frage, welche geschichtlichen Voraussetzungen die vergleichsweise
autonome Stellung der Frauen insbesondere in den skandinavischen
Ländern bewirkt haben. Zudem kann das Wissen um die Vielzahl
von starken Frauen in Nordeuropa in Gegenwart und Vergangenheit
helfen, ihr Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Diese Ansatzpunkte für die Künstlerinnen aus Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen
und Polen führen zu eindrucksvollen Kunstwerken, mit unverwechselbaren,
auch neuen ästhetischen Positionen: |