Region & Identität

REGION UND IDENTITÄT

Frauen in Mythos, Geschichte und Gegenwart Nord- und Mitteleuropas

Kopenhagen - Berlin - Łódź   2004


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Region und Identität - Frauen in Mythos, Geschichte und Gegenwart Nord- und Mitteleuropas
Region and Identity - Women in North and Middle European myth, history and present time

Ausstellungen und Symposion mit Künstlerinnen aus neun Ländern


34 Künstlerinnen aus den Ländern Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen haben sich mit Engagement der Aufgabe angenommen, ihre gegenwärtige Situation als Frauen oder das Leben ihrer Vorfahrinnen zu befragen.

Das Projekt Region und Identität greift in mehreren Ausstellungen angesichts umfassender Globalisierungsprozesse die Notwendigkeit auf, sich auch mit kleindimensionierten, kulturell sehr komplexen Regionen des dicht besiedelten Europas zu befassen. Damit soll die Sichtweise und das Erkenntnis-Interesse der Künstlerinnen in diesem Prozess aufgezeigt werden. Tradition und Kultur von Frauen der nord- und mitteleuropäischen Länder und Regionen sind bisher in ihrer Eigenständigkeit nur unzureichend dargestellt und untersucht worden. Im Bereich der Frauenkultur, auch der Alltagskultur, der Sitten und Gebräuche - ist das kulturelle Erbe der Völker bisher intensiv bewahrt worden. Es droht durch die weltweite Angleichung eingeebnet zu werden.

Die Künstlerinnen untersuchen ihre geistigen Wurzeln und die Möglichkeiten, sich in einer immer mehr globalisierten, gleichgerichteten Welt einzubringen, ja sie zu verändern. Welche Rolle spielt die engere Heimat in ihrem Werk, welche Wurzeln sind noch zugänglich? Die Antworten sind so vielfältig wie die Künstlerinnen-Persönlichkeiten. Aber auch Traditionen der bildenden Kunst des jeweiligen Heimatlandes sind spürbar.

Die Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen wollen eine Identität entwickeln, die nicht ausgrenzt, sondern Unterschiede zulässt und Gemeinsamkeiten feststellt. Wir stehen erst am Anfang dieses Erkenntnisweges. Er soll einen Prozess des Kennenlernens in die Wege leiten und in die Öffentlichkeit hineinwirken.

Erstmals wird die Kunst von Frauen des nordeuropäischen Kulturraums in einer vergleichenden Zusammenstellung der Länder präsentiert. Die Stadt Berlin fungiert als Zentrum übergreifender Kommunikation in besonderer Weise seit Anfang des 20. Jahrhunderts und hat in diesem Projekt eine vergleichbare, auf die Kunst von Frauen bezogene Funktion.

Die beteiligten Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen befassen sich auch mit den historisch gewachsenen Sozialstrukturen in ihren Ländern und Regionen. Sie befassen sich mit der wichtigen Frage, welche geschichtlichen Voraussetzungen die vergleichsweise autonome Stellung der Frauen insbesondere in den skandinavischen Ländern bewirkt haben. Zudem kann das Wissen um die Vielzahl von starken Frauen in Nordeuropa in Gegenwart und Vergangenheit helfen, ihr Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Diese Ansatzpunkte für die Künstlerinnen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen und Polen führen zu eindrucksvollen Kunstwerken, mit unverwechselbaren, auch neuen ästhetischen Positionen:
Die Künstlergruppe »amina« aus Dänemark rückt die Ökologie in den Vordergrund und formuliert die kulturellen Möglichkeiten des Ausgleichs von Moderne und Tradition.
Der Beitrag aus den Niederlanden verwendet die Multimedia-Kultur als Ausdruck von Urbanisierung und Globalisierung und sucht nach der Rolle der Frau in diesem Prozess.
Für die polnische Gruppe ist die Verbindung von handwerklich-künstlerischem Können, von einem breiten Assoziationsspektrum, von Abstraktion im Konkreten charakteristisch. Selbstbewusst wird die eigenständige Rolle der polnischen Kunst in der Moderne reflektiert.
Die finnischen Künstlerinnen setzen sich stärker als andere mit der weitgehend von Frauen tradierten Volkskultur in ihrer Nationalkultur auseinander.
Für die Künstlerinnen aus dem Baltikum ist die Neuorientierung nach der Wiederentdeckung der eigenständigen kulturellen Wurzeln innerhalb des europäischen Zusammenhangs ein zentrales Anliegen. Über Jahrhunderte gewachsene europäische Verbindungen, die jahrzehntelang abgebrochen waren, geraten wieder ins Blickfeld. Ausgeblendete kulturelle Traditionen erfordern neue Auseinandersetzungen und Reflexionen über Vergangenheit und Gegenwart.
Die deutschen Künstlerinnen setzen sich mit Aspekten der Geschichte und der Positionen von Frauen auseinander.
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